Im Jahre 1919 wurden junge Eystruper Einwohner aufgerufen, in der heute noch bestehenden Gastwirtschaft von Walter Parrmann, einen Schützenverein zu gründen. Dies ist aus der vorliegenden Zeitungsanzeige zu entnehmen.

Die Idee zur Gründung des Eystruper Schützenvereins hatte sicher viele Ursachen. Einige sollen hier aufgezählt werden.

Zwar bestanden in Eystrup schon zwei Schützenvereine, aber es gab sicher Gründe, sich diesen nicht anschließen zu können. So setzte der älteste, seit ca. 300 Jahren bestehende Bauernschützenverein „Eigen Rauch“, für die Mitgliedschaft voraus, dass eigen Haus und Grund vorhanden sein musste. Dieser Verein war ja ursprünglich im 30-jährigen Krieg gegründet worden, als die Bauern gegenüber Eindringlingen zur Selbstverteidigung gezwungen waren.

Der andere schon bestehende Verein war damals die Kyffhäuser Kriegerkameradschaft, die schon 1881 nach dem siegreichen Krieg 1870/71 gegründet wurde. Vielleicht hatte nun, nach dem verlorenen 1. Weltkrieg 1914/18, viele Männer Gründe, diesem Verein beizutreten.

Jedenfalls war bei etlichen hiesigen Bürgern der Wunsch vorhanden, einen eigenen Eystruper Schützenverein zu gründen. So sollte die teils noch im Kriege erworbene „Schießkunst“ jetzt sportlich und friedlich im fairen Wettkampf genutzt werden. Auch die Pflege der Kameradschaft, die sich im Krieg oft bewährt hatte, war sicher ein Grund, einen Schützenverein zu gründen. Außerdem wollte man unbeschwert wieder Schützenfeste feiern.

So fanden sich am 23. November 1919 zusammen, um am 16. Mai 1920 den Eystruper Schützenverein zu gründen.

Leider sind durch Kriegs- und Nachkriegswirren das gesamte Inventar und alle Protokolle abhanden gekommen. Nur die Vereinsfahne, welche sich in dieser Zeit beim Vereinswirt Parrmann befand, und das Kassenbuch konnten über diese Zeit gerettet werden. Aus diesem geht hervor, das Fritz Kelber 1. Vorsitzender, Edu Schütze Schriftführer, Willi Evers Kassierer und Hermann Evers für besondere Gelegenheiten berittener Kurier und Befehlsempfänger war.

Laut Eintragung im Kassenbuch vom 16. Januar 1921 geht hervor, dass eine Sammlung zur Anschaffung einer Fahne 971 Reichsmark einbrachte. Im Sommer 1921 erfolgte die Fahnenweihe.

Bereits 1921 trat der Eystruper Schützenverein dem 1906 gegründeten Weser-Aller-Wümme-Schützenverband, in Kurzform WAW-Verband genannt, bei und schon 1922 dem Deutschen Schützenbund, dem er noch heute als Mitglied über den Schützenverband Niedersachsen e. V. , sowie den Kreisverband Nienburg/Weser angehört.

Außerdem ist unser Verein seit 1925, nach seiner Gründung, Mitglied im Weserverband. (Hämelhausen-Hohenholz, Gandesbergen, Doenhausen, Hassel und Eystrup sind hier zusammengeschlossen).

Der unglückselige 2. Weltkrieg ließ das Vereinsleben zum erliegen kommen. Ein großer Teil der Mitglieder wurde eingezogen, und unsere Gefallenen-tafel legt Zeugnis davon ab, wie viel Mitglieder von 1939 bis 1945 zur großen Armee abberufen wurden.

Nach Lockerung des von den Besatzungsmächten erlassenen Verbots für Schützenvereine fand am 2. September 1949 eine Neugründungsversammlung unseres Vereins statt. Aus den vorhandenen Protokollen geht hervor, dass der Vorstand folgende Besetzung hatte:

1. Vorsitzender und HauptmannJohann Meyer (Mahlen)
2. VorsitzenderKarl Dohrmann
KassiererHeinz Herziger
SchriftführerPeter Hengen
SchießmeisterFriedrich Masemann

Nachdem der Weser-Aller-Wümme-Schützenverband nach dem 2. Weltkrieg 1951 wieder gegründet wurde, tritt der Eystruper Schützenverein diesem Verband wieder bei.

1953 wird auch der Weserverband, unter Mitwirkung des Eystruper Schützenvereins, wieder gegründet.

Sein 50-jähriges Jubiläum feiert der Schützenverein Eystrup e. V. von 1920 mit vielen befreundeten Vereinen am 31. Mai 1970.

65 Jahre sind zwar für eine Fahne kein Alter, aber die vielen freudigen bzw. auch einige traurige Einsätze in den Jahren sind nicht ganz spurlos an ihr vorüber gegangen. Aus diesem Grund sah man sich verpflichtet, ihr einen würdigen Platz im Schützenhaus zu geben. und sie durch eine neue zu ersetzen. Am 16. Juni 1985 wurde die neue Fahne ehrenvoll und in Anwesenheit vieler auswärtiger Vereine und Gäste geweiht. Unterstützt wurde die gesamte Zeremonie von der uns allen geschätzten und gut bekannten Blaskapelle Arnshausen / Bad Kissingen.

In unseren bisher nur „männlichen“ Schützenverein treten 1991 Kerstin Eimke und Andrea Heinzel als erste weibliche Mitglieder ein, andere folgen ihrem Beispiel. Im gleichen Jahr wird Nadine Dingemann erste Damenkönigen.

Jubiläen soll man feiern wie sie fallen. So auch der sich zum 75. Male wiederkehrende Geburtstag des Schützenvereins Eystrup. Am 6. August 1995 war es dann soweit, mit vielen Gästen aus Sport und Politik sowie befreundeten Vereinen wurde das 75-jährige Jubiläum gefeiert. Auch die bekannte bekannte Blaskapelle Arnshausen / Bad Kissingen war wieder voll im Einsatz. Tatkräftig unterstützt wurde sie von dem Musikzug Hoya der auch über die Grenzen der Grafschaft Hoya bestens bekannt ist.